Hinter den Kulissen · TrueMagazin

Meike, die Nordseekrabbe: Bücherliebe, Gemeinschaft und ein Herz für Selfpublisher

Wie aus einem privaten Instagram-Account ein lebendiger Treffpunkt für Bücher, besondere Geschichten und echtes Miteinander wurde.

TextChristian Hoppe Veröffentlicht04.08.2026 Lesezeitca. 11 Min.
Titelbild zu Meike, die Nordseekrabbe: Bücherliebe, Gemeinschaft und ein Herz für Selfpublisher
„Moin, ich bin Meike – die Nordseekrabbe2502.“
Schon in diesem ersten Satz steckt vieles von dem, was ihren Instagram-Account ausmacht: norddeutsche Herzlichkeit, Offenheit und eine angenehme Ungezwungenheit. Meike ist knapp über 50, arbeitet mit viel Leidenschaft in der Pflege, ist ausgebildete Fotografin und seit rund vier Jahren ein fester Bestandteil der sogenannten Bookiebubble.
Ihr Weg dorthin war nicht lange geplant. Eigentlich war es eher eine spontane Entwicklung – und genau das passt zu ihr.

Denn Meike bezeichnet sich selbst als einen sehr spontanen Menschen. Sie las schon als Kind leidenschaftlich gerne, suchte später auch auf Instagram regelmäßig nach Büchern und neuen Geschichten und stellte sich irgendwann eine einfache Frage:

Warum sollte sie nicht selbst über die Bücher sprechen, die sie gelesen hatte?
Aus dem Gedanken wurde schnell eine Entscheidung. Ihr privater Instagram-Account verwandelte sich nach und nach in einen Buchaccount. Die ersten Beiträge entstanden, dann folgten Storys und Reels. Die Kamera machte ihr dabei keine Angst. Meike hatte nie ein Problem damit, sich zu zeigen oder direkt zu ihrer Community zu sprechen.

So wuchs ihr Account Stück für Stück zu dem heran, was er heute ist: ein bunter, persönlicher und abwechslungsreicher Ort für Menschen, die Bücher nicht nur lesen, sondern gemeinsam erleben möchten.

Eine echte Nordseekrabbe
Der Name „Nordseekrabbe2502“ ist dabei keineswegs zufällig gewählt.
Meike ist ein Nordseemensch durch und durch. Sie liebt die Küste, das Meer und – wie sie mit einem Augenzwinkern erzählt – Krabben in jeglicher Form. Die Zahlen 2502 stehen für ihren Geburtstag.
Der Accountname beschreibt also nicht nur ihre Verbundenheit zur Nordsee. Er steht auch für Meike selbst: persönlich, bodenständig und unverwechselbar.
Auf ihrem Account geht es bewusst bunt zu. Neben Rezensionen und Buchempfehlungen entstehen immer wieder neue und spontane Formate. Besonders beliebt sind unter anderem der „Mittwochsradar“ und der „Selfpublisher-Samstag“.
Doch auch Ideen, die ganz spontan entstehen, finden bei ihrer Community großen Anklang.
Vielleicht liegt genau darin eine ihrer Stärken. Bei Meike wirkt der Account nicht wie ein durchgeplanter Werbekanal. Er lebt von ihrer Persönlichkeit, ihrer Begeisterung und der Freude daran, andere Menschen an ihren Entdeckungen teilhaben zu lassen.

Wenn das Cover den ersten Funken entfacht
Bei der Auswahl ihrer Bücher hört Meike zunächst häufig auf ihr Gefühl.
Oft beginnt alles mit dem Cover und dem Titel. Wenn beides ihre Aufmerksamkeit weckt, folgt der Blick auf den Klappentext. Doch mit der Zeit hat sich ihre Art der Buchauswahl verändert.
Mittlerweile gibt es einige Accounts, deren Empfehlungen sie beinahe blind vertraut. Manchmal scheint es ihr, als hätten diese Accounts einen eingebauten Sensor, der ihr zuruft: „Meike, kauf dieses Buch.“
Besonders interessieren sie Geschichten, die anders sind. Bücher, die nicht überall auftauchen und nicht bereits auf jedem zweiten Account zu sehen sind. Genau aus diesem Wunsch heraus entstand auch der Mittwochsradar.
Meike sucht nach Geschichten, die ins Herz gehen. Nach Büchern, die auch lange nach dem Lesen noch im Kopf bleiben.
Von ihren Lieblingsautorinnen und Lieblingsautoren würde sie manche Werke sogar lesen, ohne vorher zu wissen, worum es geht. Wenn sie einen Schreibstil liebt und einer Autorin oder einem Autor vertraut, braucht es für sie nicht mehr viel Überzeugungsarbeit.
Einen großen Teil ihrer Inspiration findet sie direkt in der Instagram-Buchcommunity. Doch auch ihr Lieblingsbuchladen, das Bookish Empire in Jever, spielt dabei eine wichtige Rolle.
Für Meike ist der Buchladen nicht nur ein Ort, an dem Bücher verkauft werden. Sie schätzt dort besonders, dass auch Selfpublisher wahrgenommen und unterstützt werden.

Ein besonderes Herz für Selfpublisher
Selfpublisher nehmen auf Meikes Account einen besonderen Platz ein.
Sie möchte gerade jenen Autorinnen und Autoren Sichtbarkeit geben, deren Geschichten nicht automatisch in großen Auslagen erscheinen und die häufig einen erheblichen Teil ihrer Arbeit allein tragen müssen.
Für sie haben diese Bücher und die Menschen dahinter Unterstützung verdient.
Gemeinsam mit Santra vom Account „Strandmädchen385“ hat Meike deshalb eine eigene Selfpublisher-Gruppe ins Leben gerufen. Darin sind zahlreiche unabhängige Autorinnen und Autoren vertreten, die von den beteiligten Buchaccounts unterstützt werden.
Ein aktuelles Projekt dieser Gruppe ist der Selfpublisher-Samstag. Mehrere Bookies haben sich zusammengeschlossen und stellen an den Samstagen jeweils eine Autorin oder einen Autor vor.
So wird aus einzelnen Beiträgen eine gemeinsame Aktion. Nicht gegeneinander, sondern miteinander.
Genau dieses Prinzip ist Meike besonders wichtig.
Sie wünscht sich, dass sich noch mehr Buchbloggerinnen und Buchblogger anschließen, damit künftig noch mehr Selfpublisher vorgestellt werden können.
Denn Sichtbarkeit entsteht nicht nur durch Algorithmen. Sie entsteht auch dadurch, dass Menschen bewusst hinsehen, Empfehlungen aussprechen und anderen eine Bühne geben.

Zwischen Pflege, Fotografie und Büchern
Neben ihrer Tätigkeit auf Instagram arbeitet Meike in der Pflege – und auch dort ist sie mit ganzem Herzen dabei.
Nachdem sie zunächst im Krankenhaus tätig gewesen war, wechselte sie später in die Seniorenpflege. Dort fühlt sie sich sowohl im Team als auch im Umgang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sehr wohl.
Die Pflege ist für sie weit mehr als ein Beruf. Sie ist ein Bereich, zu dem es sie immer wieder hingezogen hat.
Gleichzeitig begleitet sie auch die Fotografie schon lange. Meike ist ausgebildete Fotografin und war zeitweise selbstständig. Obwohl ihr beruflicher Weg sie zurück in die Pflege führte, ist die Fotografie nie aus ihrem Leben verschwunden.
Sie ist weiterhin Teil ihres Alltags – im Beruf, in ihrer Freizeit und natürlich auch auf Instagram.
Diese unterschiedlichen Seiten ergänzen sich auf ihrem Account. Bücher, Fotos, persönliche Gedanken und spontane Ideen stehen nicht getrennt nebeneinander. Sie verschmelzen zu einem Gesamtbild.
Hinter der Nordseekrabbe steckt deshalb nicht nur eine Buchbloggerin. Hinter dem Account steht ein Mensch mit unterschiedlichen Leidenschaften, Erfahrungen und einem ausgeprägten Gespür für Nähe und Gemeinschaft.

Respekt ist die Grundlage jeder Zusammenarbeit
Wenn Meike mit Autorinnen, Autoren oder anderen Menschen aus der Buchwelt zusammenarbeitet, sind ihr vor allem gegenseitiger Respekt und Verständnis wichtig.
Probleme oder Unklarheiten sollten ihrer Meinung nach nicht verschwiegen werden. Wenn jemandem etwas unter den Nägeln brennt, sollte man miteinander sprechen.
Eine gute Zusammenarbeit bedeutet für sie nicht, dass immer alles perfekt läuft. Sie bedeutet vielmehr, dass beide Seiten offen, ehrlich und wertschätzend miteinander umgehen.
Gerade in einer Community, in der viele Menschen viel Zeit, Kreativität und Herzblut investieren, darf ein solcher Umgang nicht selbstverständlich vorausgesetzt werden. Er muss bewusst gelebt werden.

Das Miteinander macht die Bookiebubble besonders
Was Meike an der Bookiebubble besonders liebt, ist der Austausch.
Es sind die Geschichten, die Gespräche und das gegenseitige Unterstützen. Für sie ist die Community ein Ort, an dem Menschen füreinander da sein können.
Doch sie formuliert auch deutlich, was dort keinen Platz haben sollte: Neid, Konkurrenzdenken und ein Gegeneinander.
Ihr Wunsch ist ein echtes Miteinander.
Wenn Probleme entstehen oder jemand etwas auf dem Herzen hat, sollte darüber gesprochen werden. Nicht hinter vorgehaltener Hand, nicht in Form von Andeutungen und nicht auf Kosten anderer.
Diese Haltung zieht sich durch ihre gesamte Arbeit. Sie zeigt sich in ihren Beiträgen, in ihren Selfpublisher-Aktionen und in der Art, wie sie über die Community spricht.
Meike möchte Bücher sichtbar machen. Doch mindestens genauso wichtig sind ihr die Menschen hinter diesen Büchern und Accounts.

Mehr als nur Buchempfehlungen
Auf den ersten Blick ist @nordseekrabbe2502 ein Instagram-Account über Bücher.
Doch wer genauer hinsieht, entdeckt weit mehr.
Es ist ein Account über Begeisterung, über Kreativität und über den Mut, spontane Ideen einfach umzusetzen. Es ist ein Ort für außergewöhnliche Geschichten und für Autorinnen und Autoren, die nicht immer automatisch im Rampenlicht stehen.
Vor allem aber ist es ein Account, der zeigt, was eine Community sein kann, wenn Menschen sich nicht als Konkurrenz betrachten.
Meikes Nordseekrabbe steht für Offenheit, Herzlichkeit und die Überzeugung, dass Unterstützung stärker wird, wenn man sie miteinander teilt.
Oder, um es in ihrem Sinne zu sagen:
Die Bookiebubble braucht kein Gegeneinander. Sie braucht Menschen, die einander sehen, miteinander sprechen und gemeinsam dafür sorgen, dass besondere Geschichten nicht unentdeckt bleiben.

Wie wichtig dieser Gedanke für Meike ist, wurde auch in unserem schriftlichen Interview deutlich.

Interview

Meike Huckfeld

Im Gespräch mit Meike von @nordseekrabbe2502

01

Meike, wer steckt hinter der „Nordseekrabbe2502“?

Moin, ich bin Meike, knapp über 50 Jahre alt und seit rund vier Jahren in der Bookiebubble unterwegs.

Beruflich arbeite ich in der Pflege – und das mit ganzem Herzen. Früher war ich im Krankenhaus tätig, inzwischen arbeite ich in der Seniorenpflege. Dort fühle ich mich sowohl in meinem Team als auch mit den wunderbaren Bewohnerinnen und Bewohnern sehr wohl.

Ein weiterer großer Teil meines Lebens ist die Fotografie. Ich bin ausgebildete Fotografin und war auch selbstständig. Trotzdem hat es mich beruflich immer wieder zurück in die Pflege gezogen. Die Fotografie ist aber weiterhin ständig dabei, sei es im Beruf, in meiner Freizeit oder auf meinem Instagram-Account.

02

Wie bist du zu Bookstagram gekommen?

Eigentlich bin ich eher zufällig in die Bookiebubble hineingerutscht.
Ich habe schon von klein auf sehr gerne gelesen und irgendwann auch auf Instagram immer häufiger nach Büchern und Buchempfehlungen gesucht. Dann kam mir der Gedanke: Warum sollte ich nicht selbst über die Bücher sprechen, die ich gelesen habe?
Da ich ein sehr spontaner Mensch bin, hieß es für mich: gesagt, getan.

So wurde aus meinem privaten Instagram-Account ziemlich schnell ein Bookie-Account. Ich hatte auch nie ein Problem damit, vor der Kamera zu sprechen. Deshalb dauerte es nicht lange, bis meine erste Story und mein erstes Reel online waren, in denen ich mich selbst gezeigt habe.
Von dort aus hat sich alles immer weiterentwickelt.

03

Wie ist der Name „Nordseekrabbe2502“ entstanden?

Der Name beschreibt eigentlich ziemlich genau, wer ich bin.
Ich bin ein absoluter Nordseemensch. Ich liebe die Nordsee und Krabben – und zwar in jeglicher Form. Die Zahlen 2502 stehen ganz einfach für meinen Geburtstag am 25. Februar.
Deshalb passt der Name perfekt zu mir.

04

Was erwartet die Menschen auf deinem Account?

Auf meinem Account geht es bunt zu und es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken.

Einige meiner festen Formate, wie der „Mittwochsradar“ oder der „Selfpublisher-Samstag“, sind bei meiner Community besonders beliebt. Aber auch spontane Ideen kommen häufig sehr gut an.

Ich möchte mich dabei nicht zu sehr festlegen. Mein Account soll lebendig bleiben und zeigen, was mich gerade beschäftigt oder begeistert. Manchmal sind es Bücher, manchmal Aktionen für Selfpublisher und manchmal fließt auch meine Liebe zur Fotografie mit ein.

Am besten schaut man sich einfach selbst einmal um.

05

Wie suchst du die Bücher aus, die du liest und vorstellst?

Meistens schaue ich zuerst auf das Cover und den Titel. Wenn mich beides anspricht, lese ich als Nächstes den Klappentext.
Inzwischen gibt es allerdings auch zwei oder drei Accounts, bei denen ich das Gefühl habe, dass ich die dort vorgestellten Bücher reihenweise kaufen könnte. Manchmal kommt es mir so vor, als hätten diese Accounts einen ganz eigenen Sensor, der sagt: „Meike, kauf dieses Buch.“
Besonders liebe ich Bücher, die anders sind. Geschichten, die man nicht überall sieht und die nicht auf jedem Account gleichzeitig auftauchen. Genau daraus ist auch die Idee für meinen Mittwochsradar entstanden.
Ich mag Geschichten, die ins Herz gehen und auch lange nach dem Lesen noch im Kopf bleiben.
Von einigen meiner Lieblingsautorinnen und Lieblingsautoren würde ich außerdem jedes Buch blind lesen, ohne vorher zu wissen, worum es geht. Einfach, weil ich ihren Schreibstil so sehr liebe.
Die meiste Inspiration finde ich direkt in der Instagram-Buchcommunity oder bei meinem Lieblingsbuchladen, dem Bookish Empire in Jever. Auch dort werden Selfpublisher sehr unterstützt.

06

Selfpublisher spielen auf deinem Account eine besondere Rolle. Warum ist dir ihre Unterstützung so wichtig?

Gerade bei Selfpublishern ist es mir wichtig, sie nach Kräften zu unterstützen. Sie haben diese Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit einfach verdient.
Gemeinsam mit Santra vom Account @strandmädchen385 habe ich eine eigene Selfpublisher-Gruppe gegründet. Darin sind viele tolle Autorinnen und Autoren vertreten, die wir unterstützen.
Aktuell machen wir unter anderem den Selfpublisher-Samstag. Dafür haben sich mehrere Bookies zusammengeschlossen. Jeder bekommt für einen Samstag eine Autorin oder einen Autor zugeteilt und stellt diese Person und ihre Bücher auf dem eigenen Account vor.
Die Zusammenarbeit macht uns allen großen Spaß. Wir würden uns aber sehr darüber freuen, wenn sich noch mehr Bookies beteiligen würden. Je mehr Menschen mitmachen, desto mehr großartige Selfpublisher können wir vorstellen und sichtbar machen.
Wer Lust hat, darf sich also gerne bei uns melden.

07

Was ist dir bei der Zusammenarbeit mit Autorinnen und Autoren besonders wichtig?

Am wichtigsten sind mir gegenseitiger Respekt und Verständnis.
Man sollte miteinander sprechen können, gerade dann, wenn etwas nicht gut läuft oder einem etwas unter den Nägeln brennt. Probleme lassen sich nur lösen, wenn man offen und ehrlich miteinander umgeht.

Eine gute Zusammenarbeit funktioniert für mich dann, wenn beide Seiten die Arbeit und die Situation des jeweils anderen respektieren.

08

Was bedeutet dir die Bookiebubble persönlich?

Besonders wichtig sind mir der Austausch, die wunderbaren Geschichten und das Gefühl, füreinander da zu sein.
Ich finde es schön zu erleben, wie sehr sich Menschen innerhalb der Community gegenseitig unterstützen können. Genau dieses Miteinander macht die Bookiebubble für mich aus.
Neid und ein ständiges Gegeneinander haben dort meiner Meinung nach keinen Platz. Es sollte nicht darum gehen, wer größer, erfolgreicher oder sichtbarer ist.
Ich wünsche mir ein echtes Miteinander statt eines Gegeneinanders. Und wenn jemand etwas auf der Seele liegt, sollte man darüber sprechen. Respekt, Offenheit und gegenseitige Unterstützung sind für mich die Grundlage einer guten Community.
Darin erzählt sie von ihrem eher zufälligen Weg zu Bookstagram, ihrer Liebe zur Nordsee, ihrem Engagement für Selfpublisher und davon, was eine gute Buchcommunity für sie ausmacht.

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