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Bucharena: Wie eine Plattform Selfpublishing sichtbar machen will

Zwischen Community, Kreativität und neuen Wegen im Publishing entsteht ein Raum für Schreibende jenseits klassischer Strukturen.

TextChristian Hoppe Veröffentlicht29.03.2026 Lesezeitca. 9 Min.
Titelbild zu Bucharena: Wie eine Plattform Selfpublishing sichtbar machen will
Ein Buch zu veröffentlichen war noch nie so einfach wie heute.
Doch genau darin liegt das Problem: Mit der wachsenden Zahl an Veröffentlichungen wird Sichtbarkeit zur größten Herausforderung für Schreibende.

Auf der Suche nach neuen Lösungen entstehen immer mehr Plattformen, die genau hier ansetzen. Eine davon ist mir über Instagram aufgefallen: Bucharena – ein Projekt, das sich ganz bewusst der Sichtbarkeit von Schreibenden widmet.

Eine Plattform für das, was oft übersehen wird
Die Bucharena versteht sich nicht als klassischer Marktplatz für Bücher, sondern als Bühne. Schreibende können ihre Werke präsentieren, Lesende neue Stimmen entdecken und Sprechende Teil eines wachsenden Netzwerks werden.
Im Zentrum steht dabei nicht der Verkauf, sondern die Präsenz. Bücher sollen gesehen werden – unabhängig davon, ob sie aus einem Verlag stammen oder im Selfpublishing entstanden sind.

Gerade für unabhängige Schreibende ist das ein entscheidender Punkt. Ohne große Marketingbudgets oder bestehende Reichweite bleiben viele Werke unsichtbar, obwohl sie längst veröffentlicht sind.

Wie zentral dieses Problem ist, bestätigt auch Martina Zöchinger:
„Das Thema Marketing und Sichtbarkeit ist für Selfpublisher wie ein Klotz am Bein.“

Die Idee dahinter: Sichtbarkeit neu denken
Hinter der Bucharena steht kein klassischer Verlag, sondern ein Zusammenspiel aus kreativer Vision und technischer Umsetzung.

Die Autorin Martina Zöchinger bringt mit ihrem Projekt Meridian Books eine klare Haltung ein und bietet verschiedene Services rund um Selfpublishing an. Ergänzt wird diese Perspektive durch Matthias Gmeiner, der für die technische Infrastruktur und den Betrieb der Plattform verantwortlich ist.

Diese Kombination ist kein Zufall. Viele neue Publishing-Projekte entstehen genau an dieser Schnittstelle – dort, wo kreative Bedürfnisse auf digitale Möglichkeiten treffen.

Matthias beschreibt die Grundidee dabei sehr pragmatisch:
„Selfpublisher haben kein oder kaum Budget für Werbung, da kommt die BuchArena gerade richtig.“

Ein Gegenentwurf zum klassischen System
Mit Projekten rund um Selfpublishing wird deutlich, dass sich das Verständnis von Publishing verändert. Immer stärker rückt die Frage in den Fokus, wie Inhalte unabhängig von klassischen Strukturen sichtbar werden können.

Die Bucharena überträgt diese Entwicklung in den digitalen Raum. Statt Auswahlprozessen und Gatekeeping entsteht ein offenes System, in dem Sichtbarkeit nicht von wenigen entschieden wird.

Ein wichtiger Faktor dabei ist die Community, wie Martina betont:
„Gemeinsam geht es leichter, als alleine.“

Ein größerer Trend im Hintergrund
Interessant ist, dass Bucharena Teil einer größeren Entwicklung ist. Immer mehr Projekte beschäftigen sich mit der Frage, wie Schreibende unabhängig sichtbar werden können.

Auch ich habe mich mit dieser Herausforderung intensiv auseinandergesetzt und mit TruePublishing eine Plattform aufgebaut, die Selfpublishing transparenter machen und Schreibenden eine zusätzliche Bühne bieten soll.

Die Ansätze unterscheiden sich – mal stärker community-orientiert, mal stärker strukturiert oder redaktionell begleitet. Doch die Grundidee ist dieselbe: Schreibende sollen nicht an fehlender Sichtbarkeit scheitern.

Warum Sichtbarkeit zur zentralen Frage geworden ist
Der Zugang zum Publishing hat sich demokratisiert. Doch während früher Verlage als Filter fungierten, stehen Schreibende heute vor einer neuen Herausforderung: Sie müssen selbst Aufmerksamkeit erzeugen.

Matthias bringt diese Entwicklung auf den Punkt:
„Es gibt Massen von Büchern und Massen von Autoren.“

Und genau darin liegt die Schwierigkeit:
„Auf Social Media kann man meistens gar nicht beurteilen, was gut ist und was nicht.“

Plattformen wie Bucharena reagieren genau auf dieses Problem. Sie verschieben den Fokus weg vom reinen Veröffentlichen hin zur Frage: Wie werden Inhalte überhaupt wahrgenommen?

Fazit
Die Bucharena ist ein Beispiel dafür, wie sich Publishing aktuell neu formiert. Statt zentraler Strukturen entstehen vermehrt dezentrale Räume, in denen Schreibende ihre Werke präsentieren können.

Ob sich diese Modelle langfristig etablieren, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Frage nach Sichtbarkeit wird das Publishing der Zukunft maßgeblich bestimmen – und Projekte wie Bucharena liefern darauf erste Antworten.
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Weiterlesen:
Das vollständige Interview mit Martina Zöchinger und Matthias findest du hier:

Interview

Martina Zöchinger & Matthias Gmeiner

Mit der Bucharena haben Martina Zöchinger und Matthias Gmeiner eine Plattform geschaffen, die sich der Sichtbarkeit von Schreibenden widmet. Während Martina ihre Erfahrung aus dem Selfpublishing einbringt, verantwortet Matthias die technische Umsetzung und Weiterentwicklung der Plattform.

Im Interview sprechen beide über die Entstehung der Bucharena, ihre Motivation und die Herausforderungen im heutigen Publishing.

01

Wie würdest du die Bucharena in wenigen Sätzen beschreiben?

Martina: Die Bucharena ist eine Plattform für Autoren, Sprecher und Buchblogger um mehr Sichtbarkeit für jene zu generieren, die wenig bis gar keine Möglichkeit haben, die Bücher zu bewerben. Die Community unterstützt sich gegenseitig. Gemeinsam geht es leichter, als alleine.

02

Wann hattest du das erste Mal das Gefühl: „Das brauchen wir“?

Martina: Oh, das entstand durch den Vorschlag von Matthias, nachdem wir ein Video von meinem Hüterbuch erstellt haben. Eigentlich für die Lernplattform von Matthias.

03

Was war der ursprüngliche Auslöser für die Bucharena?

Martina: Ja, ich denke tatsächlich, dass eines zum anderen führte. Nach dem ersten Video wollten wir noch mehr Videos machen und haben eine Weihnachtsaktion gestartet.

04

Gab es eine konkrete Erfahrung im Selfpublishing, die dich dazu gebracht hat, etwas Eigenes aufzubauen?

Martina: Ja, das Thema Marketing und Sichtbarkeit ist für Selfpublisher wie ein Klotz am Bein. Es ist sehr schwierig, sein Buch mit wenig Mitteln zu bewerben.

05

Was unterscheidet die Bucharena deiner Meinung nach von anderen Plattformen für Autor:innen?

Martina: Vielleicht, dass wir tatsächlich auf vielen Social-Media-Kanälen präsent sind und das in Form von Videos.

06

Welche Rolle spielt die Community für dich innerhalb der Plattform?

Martina: Der Austausch ist einfach wertvoll. Jeder trägt etwas bei und sei es nur durch Wertschätzung mit einem Like oder Kommentar.

07

Wie hat sich die Idee der Bucharena seit dem Start verändert?

Martina: Es begann wie gesagt mit Videos für die Lernarena und nun ist es eine stetig wachsende eigenständige Plattform mit vielen Extras

08

Gab es Punkte, an denen du die Richtung bewusst angepasst hast?

Martina: Ja, der Ansturm war größer als gedacht. Deshalb gibt es jetzt eine eigene Webseite.

09

Was ist aktuell die größte Herausforderung für Selfpublisher?

Martina: Wie bereits erwähnt, sich im Marketingdschungel zurechtzufinden. Es gibt viele Möglichkeiten, aber keine Garantie, dass genau diese eine Möglichkeit zum Erfolg führt.

10

Warum ist Sichtbarkeit heute so schwierig geworden?

Martina: Jedes Jahr kommen 70.000 Bücher neu raus in Deutschland. Da sichtbar zu sein, ist doch eine große Aufgabe und Herausforderung.

11

Wohin soll sich die Bucharena in den nächsten Jahren entwickeln?

Martina: Wir haben ein paar Ideen, die noch nicht ganz ausgereift sind. Aber wir wollen auf jeden Fall eine Anlaufstation für neue Autoren bleiben.

12

Welche Funktionen oder Ideen möchtest du unbedingt noch umsetzen?

Martina: Auch hier gibt es ein paar Ideen, die wir jetzt noch nicht verraten möchten. Wo bleibt denn sonst die Spannung?

13

Was motiviert dich persönlich, dieses Projekt weiterzuführen?

Martina: Wenn ich sehe, dass wirklich talentierte Autoren das Handtuch schmeißen, weil Ihnen alles zu viel wird, dann möchte ich am liebsten alle mitnehmen und sagen: “Gib nicht auf, das ist es wert!”

14

Was würdest du Schreibenden mitgeben, die gerade erst anfangen?

Martina: Bleibt dran, das Schreiben ist wie die Erschaffung einer neuen Welt. Die Menschen lieben das Abtauchen in neue Welten. Es braucht viel mehr davon.

15

Wie siehst du die Zukunft des Publishings insgesamt?

Martina: Vielleicht verändert die Technologie ein wenig die Voraussetzungen, aber im Prinzip gehts es
immer um eines: Um Geschichten, die bewegen.

16

Glaubst du, dass klassische Verlage langfristig an Bedeutung verlieren werden?

Martina. Nein, ich denke nicht, aber vielleicht verschiebt sich der Schwerpunkt. Wir werden sehen.

17

Im Anschluss daran gibt Matthias Gmeiner Einblicke in die technische und konzeptionelle Seite der Bucharena und beschreibt die Plattform aus seiner Perspektive. Matthias, wie würdest du die Bucharena aus deiner Perspektive in wenigen Sätzen beschreiben?

Die BuchArena hilft Autoren, Bloggern und Sprechern, mehr Sichtbarkeit zu bekommen, in dem wir 8 verschiedene Kanäle bespielen, was für jeden einzelnen mit großem Aufwand verbunden wäre.

18

Wann war für dich der Moment, an dem aus einer Idee ein echtes Projekt wurde?

Das entstand sehr schleichend, es wurde immer mehr und immer größer. Irgendwann war klar, wir brauchen eine Webseite, da ging es dann erst so richtig los.

19

Welche Rolle übernimmst du konkret bei der Bucharena?

Ich schaue das im Hintergrund alles läuft, dass die Kanäle bespielt werden, dass die Webseite mehr Funktionen bekommt und alles gut koordiniert ist.

20

Was war technisch die größte Herausforderung beim Aufbau der Plattform?

Technisch macht uns tatsächlich Meta mit Instagram und Facebook die meisten Problem. Jede Woche gibt es neue Fehlermeldungen beim Hochladen von Beiträgen über die API, die dann wieder verschwinden.

21

Was hat dir an bestehenden Plattformen gefehlt, sodass du gesagt hast: „Das müssen wir anders machen“?

Ich komme nicht aus dem Büchergenre. Aber die Leute fragen immer: „Ach wirklich kostenlos, wo ist der Haken?“. Selfpublisher haben kein oder kaum Budget für Werbung, da kommt die BuchArena gerade richtig.

22

Welche Grundprinzipien waren dir bei der Entwicklung besonders wichtig?

Wir wollen alle mitnehmen, vor allem Autoren ohne Erfahrung im Marketing und mit fehlendem
technischem Wissen.

23

Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen dir und Martina?

WhatsApp, Instagram, E-Mail, oft alles 3 gleichzeitig. Wir haben unterschiedliche Hintergründe und ergänzen uns gut.

24

Wie wichtig ist aus deiner Sicht die Kombination aus kreativer Vision und technischer Umsetzung?

Die Technik darf kein Stolperstein sein. Der tollste Beitrag auf Instagram ist dann auf einmal abgeschnitten, weil es soll erst quadratisch sein, aber dann auch bei 4:5 gut aussehen, ein Reel ist 9:16 aber die Vorschau ist 4:5, was dann wiederum für YouTube nicht ideal ist. Deshalb scheitert die Kreativität dann oft an der Technik.

25

Welche Funktionen oder Bereiche der Bucharena sind dir aktuell besonders wichtig?

Ganz stolz bin ich auf das neue Onlineformular, womit automatisch aus den Texten und Bildern, Videos und Beiträge erstellt werden, wodurch wir gar nicht so viel nacharbeiten müssen.

26

Gibt es Features, die du in Zukunft unbedingt noch umsetzen möchtest?

Ich sage immer nein, wir haben alles. Und am selben Tag fällt mir dann doch noch was ein.

27

Wie siehst du die aktuelle Entwicklung im Selfpublishing?

Ich bin neu in dem Gebiet, sehe aber, dass es Massen von Büchern und Massen von Autoren gibt. Auf Social Media kann man meistens gar nicht beurteilen, was gut ist und was nicht.

28

Wo liegen aus deiner Sicht die größten Probleme für Schreibende heute?

Die riesige Konkurrenz, die durch KI nur noch größer geworden ist. KI gilt in dem Bereich als verpönt. Auf der anderen Seite unterstützt sie viele Autoren auch bei Recherche und Lektorat.

29

Wo soll die Bucharena in den nächsten Jahren stehen?

Unser Ziel ist, dass die BuchArena von Verlagen, Lektoren und Bloggern empfohlen wird und wir so unserer Reichweite vergrößern können.

30

Welche Rolle könnten Plattformen wie eure im Publishing der Zukunft spielen?

Es wird sich sehr viel verändern in den nächsten Jahren. Vielleicht eine große, vielleicht gar keine.

31

Was hat dich persönlich motiviert, dieses Projekt umzusetzen?

Am Anfang war es eher das Experimentieren, wie man bei Social Media auf mehr Reichweite kommt und führte eines zum andern.

32

Was würdest du heute anders machen, wenn du nochmal von vorne anfangen würdest?

Ich würde einige Prozesse im Hintergrund, die inzwischen optimiert sind, gleich schon anders anfangen. Aber sowas ergibt sich immer erst nach ersten Erfahrungen.

33

Glaubst du, dass klassische Verlage langfristig an Bedeutung verlieren werden?

Das kann ich schwer einschätzen. Aber ihre Funktion wird sich mit der Zeit verändern.

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